Archiv der Kategorie: Mitgliederaktivitäten

Cover Lands of the Future, 2021

Buchvorstellung: Lands of the Future: Anthropologische Perspektiven auf Pastoralismus, Landgeschäfte und Tropen der Moderne in Ostafrika.

Online Buchvorstellung mit Echi Christina Gabbert und Jonah Wedekind

Die Buchvorstellung musste leider auf einen noch zu nennenden Termin verschoben werden.

Weiden, Wälder, und Flusslandschaften pastoraler und kleinbäuerlicher Gemeinschaften in Ostafrika sind zunehmend durch Landgeschäfte bedroht. Begünstigt durch staatliche Akteure, die überzeugt sind, dass externe Akteure z.B. durch Investitionen das Land produktiver nutzen können als die Menschen, die seit vielen Generationen dort leben, verdrängen kommerzielle Interessen die indigene Bevölkerung aus pastoralen und bäuerlichen Territorien. Der Sammelband ist ein Ergebnis der Lands of the Future Initiative und präsentiert Fallstudien aus Ostafrika, die auf langjähriger Feldforschung basieren und die Kämpfe und Strategien derjenigen sichtbar machen, die mit Enteignung und Vertreibung durch sogenannte Entwicklung konfrontiert sind. Hierbei werden die ideologischen modernistischen Tropen, wie „Rückständigkeit“ und „Primitivität“ in Fallstudien aus Äthiopien, Kenia und Tansania hinterfragt und mögliche Zukünfte in divergenten und dissonanten Arenen diskutiert. 

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Balancing inclusion and exclusion among Somali migrants in Germany

In diesem Artikel diskutieren Markus Höhne und Tabea Scharrer Dynamiken von Inklusion und Exklusion bezüglich somalischer Migrantinnen in Deutschland. Die Autorinnen rücken die Aushandlungen von Migrant*innen ins Zentrum der Analyse und zeigen, wie diese im Prozess der Niederlassung in Deutschland zwischen verschiedenen Normen, individuellen Interessen und unterschiedlichen sozialen Netzwerken manövrieren. Höhne und Scharrer stellen fest, dass entgegen den im öffentlichen Diskurs oft vertretenen Ansichten, ethnische (Selbst-)Identifikation nicht zwangsläufig zu Isolation und Ausschluss aus der deutschen Gesellschaft führt. Vielmehr dienen zum Beispiel formale und informelle somalische Gemeinschaften und Vereine in Deutschland als Brücke, um Kontakt zu deutschen Behörden oder NGOs herzustellen und so Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse diskutieren zu können. Gleichzeitig kann Exklusion durch Rassismus zur Abschottung führen, setzt aber auch insbesondere jüngere Somalis unter Druck, Allianzen mit Deutschen zu schmieden, um ihre Situation zu stabilisieren. Auch innerhalb der somalischen Gemeinschaften in Deutschland kommt es zu Ausgrenzungen entlang von Kategorisierungen wie Geschlecht oder Klanzugehörigkeit. Insofern beleuchtet der Artikel die widersprüchlichen und mehrdeutigen Prozesse der Vergesellschaftung im migrantisch geprägten Deutschland der Gegenwart.

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Katrin Seidel

Staatenbildung im Südsudan und Somaliland

Ein Interview mit Katrin Seidel zu ihrer Habilitation über Südsudan und Somaliland

Meine Studie untersucht insbesondere das Spannungsfeld zwischen internationalen politischen Interventionen und lokaler Eigenverantwortung. Letztlich geht es um die Aushandlung von Legitimität und Partizipation, von Grundwerten und dem Wesen einer politischen Gemeinschaft

Am 10. Februar 2021 wurde Katrin Seidel von der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg habilitiert. Im Anschluss an ihren öffentlichen Vortrag wurde ihr die Venia Legendi für Rechtsethnologie, Rechtssoziologie und Rechtsvergleichung verliehen. Ihre Habilitation schrieb sie zum Thema: “Internationalised Constitution-Making as Tool for Negotiating Statehood and Rule of Law: South Sudan’s and Somaliland’s Constitutional Genesis in the Context of Plural Legal (Dis-) Ordering”

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Interview: Krieg in Tigray

Der Ethnohistoriker Wolbert Smidt weist in seinem Spiegel-Interview auf kulturelle und demographische Faktoren hin, die bei der Analyse des Krieges in Tigray  wenig Beachtung finden. Dazu gehören die traditionelle Autonomie von Regionen wie Tigray und eine aufgeheizte gesellschaftliche Atmosphäre, in der ein Großteil der sehr jungen Bevölkerung Narrativen zuneigt, die „Schuldige“ benennen.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/aethiopien-ethnologe-erklaert-buergerkrieg-a-6f0c8ee5-addc-420f-8d37-cb83c7f47f26

„Äthiopien spricht nicht mehr mit den Äthiopiern“.

Dazu auch der Hinweis auf ein Interview mit Wolbert Smidt im September 2020, in seinem Forschungsgebiet in Tigray. Zur anwachsende politischen Krise sagte er:
https://deutsch-aethiopischer-verein.de/artikel-1/articles/interview-wolber-smidt.htm


Dazu auch ein Artikel über Beschädigungen und Zerstörungen kultureller Denkmäler in Tigray https://news.yahoo.com/no-more-sacred-places-heritage-054549797.html

Sozioökonomische Lage in Somalia

Podcast-Gespräch zwischen Reinhold Jawhari vom Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (ACCORD), Sophie Roche von der Universität Heidelberg und Markus Höhne von der Universität Leipzig zur sozio-ökonomischen Lage in Somalia. Das Gespräch soll dazu dienen, allen Interessierten fundierte Einblicke in Herkunftsländer in Asylverfahren zu geben.

https://www.ecoi.net/de/blog/soziooekonomische-lage-in-somalia-gespraeche-ueber-herkunftslaender-coi-podcast

Pastoralnomadin

Socio-economic situation in Somalia

Podcast discussion between Reinhold Jawhari from the Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (ACCORD), Sophie Roche from Heidelberg University and Markus Höhne from Leipzig University on the socio-economic situation in Somalia. The purpose of the conversation is to give all those interested in-depth insights into countries of origin in asylum proceedings.